Das frage ich mich immer wieder. Ich setze mich einfach gerne hin und schreibe. Ich schreibe auf, was mir in den Sinn kommt. Meistens weiss ich nicht, was ich schreiben werde. Ich lasse mich überraschen. Ich machs einfach gerne: Gedanken, Beobachtungen, nachdenken oder Szenen, Anfänge von kurzen Geschichten. Wenn mich etwas beschäftigt, dann schreibe ich darüber, dann ist die Themenwahl klar.
Das Tagebuch schreibe ich für mich. Eigentlich seltsam. Meist lese ich meine Texte nicht mehr. Vielleicht liest sie jemand irgendwann oder ich später. Texte, sagt man, gehören publiziert oder vorgelesen. Beim Tagebuch ist es nicht so. Es geht um das Schreiben, nicht mehr und nicht weniger. Ich will niemand etwas mitteilen. Anders als beim beruflichen Schreiben sind diese Texte meist nicht zielgerichtet. Ich lasse ihnen freien Lauf und das macht Spass. Ich muss nicht feilen an diesen Texten, kann ausschweifend sein und mich von den Gedanken tragen lassen. Oft schreibe ich  Ähnliches. Als müsste ich mich über einen Sachverhalt wiederholt vergewissern. Es immer wieder festhalten. Die neuronalen Pfade einbrennen oder was auch immer sich im Gehirn abspielt. Irgend etwas wird geordnet. Jedenfalls fühle ich mich während des Schreibens und danach gut. Dies ist wohl der Hauptgrund, weshalb ich es immer wieder tue. Eine schöne Sucht sozusagen. Hab abgespeichert, dass ich mich danach wohl fühle. Wie beim Sport. Man muss sich plötzlich nicht mehr überwinden.
Was steckt dahinter? Weshalb fühle ich mich gut? Erstens: weil etwas in Fluss gerät. Es fliesst, das fühlt sich gut an. Ich bin eins mit dem, was ich tue. Das ist immer schön. Die Zeit vergeht, man hat etwas getan. Zweitens: Ich bin aktiv. Konsumiere nicht, lese nicht, sitze nicht vor der Kiste, surfe nicht. Auch das führt bekanntlich zu einem guten Gefühl.

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